Zwei von drei Zigaretten landen in der Umwelt
von grau sucht grün

24.08.2020grau sucht grün informiert:

Zwei von drei Zigaretten landen in der Umwelt

Zigarettenmüll belastet Gewässer und Steuerkasse – mit einer Aktionswoche appelliert die Stadt Bremen an das Verantwortungsbewusstsein von Rauchenden in der Öffentlichkeit.

Eine Zigarettenkippe kann bereits mehr als 40 Liter Grundwasser vergiften. Studien haben sogar belegt, dass nikotinverseuchtes Wasser Kleinstlebewesen lähmt oder töten kann. Diese wiederum sind aber wichtiger Bestandteil unseres Ökosystems. Trotzdem landen nahezu zwei von drei gerauchten Zigaretten auf Gehwegen, an Stränden und auf Grünflächen anstatt in der Restmülltonne. Das belastet zum einen unsere Umwelt, zum anderen werden massenhaft Steuergelder für die Reinigung von öffentlichen Flächen und Plätzen aufgewendet. Der Bremer Senat hat deshalb zu einer Aktionswoche aufgerufen, an der sich verschiedene Institutionen im Kampf gegen das leidige Kippen-Schnippen beteiligen. Zu den Akteuren gehören die Bremer Stadtreinigung (DBS), die Bremer Straßenbahn AG (BSAG), das Übersee-Museum, die Deutsche Bahn, der BUND Bremen, die Müllsammel-Initiative Clean up your City – Bremen und Students for Future – Bremen.

 

Zigarettenkippen sammeln und recyceln dank TobaCycle

Startschuss für die Aktionswoche bildet der Vortrag von Mario Merella, dem Gründer von TobaCycle. Der Verein klärt über die schädlichen Umweltauswirkungen von Zigarettenmüll im öffentlichen Raum auf und bietet Lösungen für eine verantwortungsbewusste Entsorgung dieses alltäglichen Sondermülls an. So vertreibt TobaCycle funktionale Sammelsysteme vom Taschenaschenbecher bis zum wandhängenden Metallaschenbecher für Gewerbetreibende und Privatpersonen. Mit dem Verein kooperierende Unternehmen erhalten die Möglichkeit, in ihrem Betrieb eine Sammelstelle für die Zigarettenkippen ihrer Mitarbeiter einzurichten. Der luftdicht verschlossene Behälter wird in regelmäßigen Abständen von TobaCycle abgeholt und gegen einen leeren ausgetauscht. Der Clou: Die eingesammelten Zigaretten werden u. a. zu Granulat verarbeitet und für die Herstellung von Taschenaschenbechern verwendet. So leistet jeder teilnehmende Unternehmer samt seiner Belegschaft einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz und demonstriert ökologisches Bewusstsein. Der Vortrag findet am Montag, den 24.8., um 16 Uhr im Übersee-Museum statt. Im Anschluss ist Raum für Fragen und Erläuterungen. Weitere Informationen erhalten Interessierte über tobacycle.de.

 

Gemeinschafts-Aktion »Tatort Kippe« schafft mediale Aufmerksamkeit

Ein weiteres Event der Sensibilisierungs-Kampagne ist die Aktion »Tatort Kippe«, die am 27.8. ab 17 Uhr am Bremer Hauptbahnhof stattfinden wird. Denn an diesem Standort zeichnet sich das Problem Zigarettenmüll besonders deutlich ab. Tagtäglich ist hier der Reinigungsdienst damit beschäftigt, den Bahnhofsvorplatz, die Gleise und das Bahnhofsgebäude von Zigarettenkippen zu befreien. Ein völlig unnötiger Aufwand, würden alle Raucher drauf achten, ihre Nikotinreste ordentlich zu entsorgen und am besten in mobilen Taschenaschern zum nächsten Mülleimer zu transportieren. DBS, Clean up your City – Bremen und der BUND rufen deshalb gemeinsam zur Aktion »Tatort Kippe« auf. Dabei werden die auf dem Boden liegenden Zigarettenkippen mit Kreide eingekreist, anschließend eingesammelt und aufgehäuft. Ähnlich einem Massen-Tatort sollen die vielen Kreidekreise das Fehlverhalten vieler Raucher verdeutlichen und damit gleichzeitig für einen achtsameren Umgang mit Zigarettenmüll sensibilisieren.

 

Freiwillige Helfer sind herzlich willkommen!

Unterstützung kommt dabei auch von »Students for Future« und der regionalen Influencerin »wortkonfetti«, die sich am »Tatort Kippe« beteiligen und zum Mitmachen aufrufen werden. Wer sich ebenfalls für einen kippenfreien Bahnhof engagieren möchte, kann am 27. August wischen 17 und 19 Uhr mit Straßenkreide, Handschuhen und Sammeleimer an der Aktion teilnehmen oder Fotos von den Kreidekreisen in sozialen Netzwerken mit dem Hashtag #tatortkippe und #stopptdiekippenflut teilen. Auf diese Weise erhält die Kampagne noch mehr mediale Aufmerksamkeit und erzielt hoffentlich eine nachhaltige Wirkung bei der Bevölkerung. Bestenfalls sogar über Bremens Stadtgrenzen hinaus.