VAIR – Haare schneiden als ökologisches Statement
von grau sucht grün

01.11.2019grau sucht grün stellt vor:

VAIR – Haare schneiden als ökologisches Statement

Die Bremer Neustadt hat seit Kurzem einen veganen Friseur

»Schneiden Sie Haare?« ist eine Frage, die Yasmina Mangieri schon öfters gestellt wurde. In ihrem Friseursalon wohlgemerkt. Die junge Friseurmeisterin mit den auffälligen Tattoos am Arm antwortet dann meist ironisch, während sie Haare auf dem Boden zusammenfegt: „Nein, ich verkaufe Brötchen.“ Yasmina ist Friseurin mit Leib und Seele, aber eben eine sehr spezielle: Sie betreibt einen veganen Friseursalon in der Bremer Neustadt: VAIR – vegan & fair hair.

vair vegan und fair hair bremen news 2

Für viele ist sie damit ein Exot. Der Otto-Normal-Verbraucher fragt sich: Was erwartet mich bei einem veganen Friseur? Ich will doch nur Haare schneiden lassen und kein Salatbuffet!“ Selbstverständlich gibt es auch bei Yasmina auf Wunsch das ganze Programm rund um Strähnchen, Stufen, Steckfrisuren. Aber die überzeugte Veganerin verwendet ausschließlich tierversuchsfreie, vegane Haarpflegeprodukte und achtet in allen Bereichen ihrer Zunft auf Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit: „Ich selbst will meinen Kunden keine Produkte ins Haar massieren, die Rindertalg oder Kälberblut enthalten.“ Denn auch, wenn Tierversuche für Kosmetikartikel seit 2013 EU-weit verboten ist, heißt es noch lange nicht, dass Markenshampoos komplett tierleidfrei produziert werden.

Ihr Handwerk hat Yasmina von der Pike auf gelernt. 2005 schloss sie ihre dreijährige Ausbildung als Friseurin bei ihrer Tante ab. Der Friseurberuf hat lange Tradition in der Familie Mangieri. Anschliessend arbeite die heute 36-Jährige in verschiedenen Salons als Friseurin, aber glücklich wurde sie nicht. Der Beruf machte ihr zwar Spaß, aber die Art und Weise, wie minütlich Ressourcen unnötig verschwendet wurden, stieß ihr sauer auf: „Für mich war es unbegreiflich, dass abwaschbare Plastikumhänge eingekauft wurden, die nach einmaliger Benutzung doch im Mülleimer landeten. Oder dass Kollegen Unmengen Shampoo verbrauchten, obwohl ein Tropfen schon zum Haare Aufschäumen genügt. Abgesehen davon, dass manche gar nicht die chemische Zusammensetzung der Pflegemittel kannten.“

Selbstständigkeit heißt »Keine Kompromisse mehr!«

Yasmina ist eine Frau, die sagt, wenn ihr etwas nicht passt. So kam es immer wieder zu Konfrontationen im Kollegenkreis. Irgendwann reichte es ihr: »Ich hatte nie vor, einen eigenen Salon zu eröffnen. Aber schließlich kam der Punkt, da wollte ich keine Kompromisse mehr.« Also beschloss die Tochter eines Italieners, einen Laden nach ihren persönlichen ökologischen Kriterien zu eröffnen. Den Meisterbrief hatte sie bereits seit 2013 in der Tasche.

Nach langem Suchen fand sie eine passende Gewerbeimmobilie in der Kornstraße. Auch vorher war hier ein Friseurbetrieb, allerdings ein konventioneller. Die Möbel konnte Yasmina teilweise übernehmen – auch ganz im Sinne der Müllvermeidung und natürlich, um Kosten für ihr Startup zu minimieren. Der Kundenstamm des Vorgängers blieb der Adresse leider nicht treu. »Vermutlich sind meine Dienstleistungen vielen Leuten zu teuer«, meint die Friseurmeisterin. »Wenn ich aber einen qualitativ guten Haarschnitt abliefern will, kann ich den nicht für 15 Euro anbieten. Ich nehme mir Zeit für meine Kunden. Das ist mir wichtig.«

grau sucht grün – das Netzwerk für ökologisch Bewusste

Seit Oktober 2019 ist Yasmina Mangieri Mitglied bei „grau sucht grün“. Wir freuen uns, dass wir damit einen weiteren Dienstleister als Netzwerkpartner gewonnen haben, der Haltung zeigt. Das grau-sucht-grün-Team drückt Yasmina alle Daumen, damit genau die Kunden zu ihr finden, die ihre ökologischen und ethischen Werte teilen. Wir tun unser Bestes, um sie darin zu unterstützen!